Montag, 23.09.2019

Erste Europäische Veteranen-Baumklettermeisterschaft

Anfang Oktober fand die erste europäische Veteranenmeisterschaft im Tierpark Sababurg bei Kassel statt. Nachdem alle europäischen ISA-Verbände eingeladen worden waren, Sponsoren gesucht, T-Shirts gedruckt, Essen und reichlich Getränke bestellt, und sich dennoch nur acht Teilnehmer angemeldet hatten, schien die Meisterschaft zunächst zu einer großen Enttäuschung zu werden…

Am Tag der Wettkämpfe erschienen sogar nur vier Teilnehmer, immerhin aber 25 Helfer. Was nun? Kurzerhand machten die Organisatoren alle um die 40-Jährigen und älteren Helfer zu Teilnehmern, wodurch am Ende 12 Kontrahenten am Start waren. Bei fantastischem Wetter an einem grandiosen Wettkampfort bestritten die Teilnehmer, inklusive ISA-Präsident Jan von Hofmann, in bestens gelaunten Zweier-Teams jeweils drei Disziplinen unter herrlichen alten Eichen.

Teamarbeit und Technik

Als erstes galt es, mit Seilen und Flaschenzügen ein ca. 80 Kilogramm schweres Stammstück über einen Graben zu transportieren, wobei Teamarbeit sowie ergonomisch gute Techniken bewertet wurden. Etliche verschiedene Varianten wurden ausprobiert, es wurde viel diskutiert und auch gelacht.

Als nächstes gab es eine Wurf- und Kletterstation zu bewältigen. Dabei musste ein altes Dreistrangseil über eine ca. sechs Meter hohe Astgabel geworfen werden. Daran stieg dann einer aus jedem Team mit Blakeknoten und Körperschubtechnik auf. An der Astgabel angekommen, musste man umankern und sich als alter Veteran von seinem Teamkollegen auf eine Höhe von 12 Metern hochwinchen lassen. Von da aus ging es mit Seilklettertechnik und Prussikknoten zu einer Stangensägenstation und einer Seilbahnstation, von der aus ein Aststück in einen vorgegebenen Kreis befördert werden musste.

Als nächstes gab es eine Wurf- und Kletterstation zu bewältigen. Dabei musste ein altes Dreistrangseil über eine ca. sechs Meter hohe Astgabel geworfen werden. Daran stieg dann einer aus jedem Team mit Blakeknoten und Körperschubtechnik auf. An der Astgabel angekommen, musste man umankern und sich als alter Veteran von seinem Teamkollegen auf eine Höhe von 12 Metern hochwinchen lassen. Von da aus ging es mit Seilklettertechnik und Prussikknoten zu einer Stangensägenstation und einer Seilbahnstation, von der aus ein Aststück in einen vorgegebenen Kreis befördert werden musste.

Knotenkunde mal anders

Die dritte Disziplin galt der Knotenkunde alter Veteranen. In einer Kiste mussten fünf verschiedene Knoten erfühlt werden, wobei jeder Teampartner nur eine Hand benutzen durfte. Weiterhin musste jedes Team gemeinsam, auch mit jeweils nur einer Hand aus zwei Seilen einen doppelten Achterknoten binden. Zu guter Letzt sollte ein Teilnehmer pro Team, ein Seil um seinen Bauch gebunden, einen Palstek gehen. Verständlich, dass es an dieser Stelle viel zu lachen gab.

Frühstück, Mittag- und Abendessen wurden von der Piratekitchen-Crew zubereitet, die sich auf 70 bis 100 Leute eingestellt hatte. Am Abend waren es dann doch 40 hungrige Esser, die unter dem Sternenhimmel eine wunderschöne Party feierten. Das Bier kam mit Sascha Reisch von der Giesinger Brauerei und wurde von allen, selbst den Belgiern, für ausgezeichnet befunden. Weiterhin spendete Olaf Grundmann Reh- und Wildschweinfleisch zum Grillen. Ein lokaler Musiker spielte mit Gitarre, Akkordeon, Dudelsack und anderen Instrumenten Lieder aus Frankreich, Irland, Spanien, Portugal, Deutschland und vielen anderen Ländern. Bis tief in die Nacht genossen Teilnehmer und Helfer die familiäre Stimmung am Lagerfeuer, Gerüchten zufolge soll bis fünf Uhr morgens gefeiert worden sein.

Erster Preis für den ältesten Teilnehmer

Am nächsten Morgen wanderten alle, nach den „Strapazen“ der Nacht frisch gestärkt von starkem Kaffee und reichhaltigem Frühstück, zum nahegelegenen Reinhardswald, einem beeindruckenden Hutewald mit über 500 Jahre alten Eichen und 300 Jahre alten Buchen. Die alten Eichen werden nicht beschnitten und dürfen auseinanderbrechen und vergehen.

Nach der Wanderung hielt Tom Joye aus Belgien einen Vortrag über Pflege- und Erhaltungskonzepte von alten Veteranenbäumen. Anknüpfend an die Eindrücke der Wanderung erläuterte er, wie Veteranenbäume zu definieren sind, wie groß ihre Bedeutung für die Natur ist und wie man sie am besten erhalten sollte. Nach dem Mittagessen demonstrierte Knut Foppe verschiedene Entwicklungen von Klettergeräten mit all ihren Vor- und Nachteilen, wobei Sicherheitsaspekte im Vordergrund standen.

Am frühen Nachmittag stand dann die Siegerehrung auf dem Programm. Der erste Preis ging an Frans Baltussen aus Holland, weil er mit 63 Jahren der Älteste unter den Teilnehmern war. Den zweiten Preis erhielt Isabella Bauer aus Polen. Sie arbeitet seit einer ganzen Weile schon mit Baumpflegern zusammen und lernt mit über 50 Jahren noch klettern. Den dritten Platz teilten sich Eric Inschoot aus Belgien und Horst Törmer aus Heidelberg, weil sie alle Disziplinen in vorbildlicher Teamarbeit bewältigt hatten. Alle anderen Teilnehmer und natürlich auch alle Helfer erhielten kleine Sachpreise, die für diese Veranstaltung gespendet worden waren.
Nach der Siegerehrung blieben viele Teilnehmer und Gäste noch eine weitere Nacht, um die einzigartige Stimmung des Tierparks abends am Lagerfeuer zu genießen. Statt Musik gab es das Röhren von Hirschen, Heulen von Wölfen und viele weitere Geräusche und Eindrücke, alles unter der Sababurg, dort, wo einst die Gebrüder Grimm ihre Märchen sammelten.

PS: Toni Calafell, ein knapp 40-jähriger Teilnehmer aus Spanien, fand die Veranstaltung so schön, dass er alle zur Zweiten Europäischen Veteranenmeisterschaft 2016 nach Mallorca einladen möchte!!

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