Freitag, 22.09.2017

V-Rig mit Spiderjack

„Ich möchte Euch eine kleine Variante des V-Rigs vorstellen.
Grundsätzlich wird beim V-Rig ja mit vier Seilsträngen gearbeitet und das Seil auf zwei Ankerpunkte aufgeteilt – was in bestimmten Situationen wie zum Beispiel bei Hohlkronen, weit ausladenden Kronenteilen oder auch im Flachwinkel eine bessere Balance ermöglicht.
Zudem ist man dank dieses Systems in der Lage, einen neuen Lotpunkt zu setzen, um so bestimmte Stellen besser erreichen zu können.
Ein weiterer großer Vorteil ist, dass diese Art des Konfiguration auch einen kleinen 3:1 Flaschenzug enthält, wodurch wiederum kraftsparender gearbeitet werden kann.

Natürlich sollte man auch die Nachteile dieses Aufbaus kennen:
Ganz weit vorne steht dabei natürlich der hohe Seil-Verbrauch, und das Risiko beim Ausbrechen eines Ankerpunktes: Denn da ein Meter Seil in Wirklichkeit vier Meter Seil bedeutet, besteht die Gefahr, zwei Meter im freien Fall zu stürzen. Kurz gesagt: Man sollte genau wissen, was man tut.

Die Länge des Kletterseils beachten

Voraussetzung für diesen Aufbau ist immer eine breite und offene Krone, da es sonst schnell zu Reibung des Seils an Ästen kommen kann. Ein Wirbel unter dem V-Rig ist sehr empfehlenswert: So hat man einen sehr guten Drehpunkt und kann sich auch um die eigene Achse drehen.

Die Länge des Kletterseils ist auch ein sehr wichtiger Aspekt, da das System durch seine vielen Umlenkungen schon sehr viele Meter benötigt. Das Seil wird nicht wie sonst durch zwei sondern durch vier geteilt. Das heißt also, dass mit einem 45 Meter Seil, mit dem normalerweise 22 Meter hohe Bäume geklettert werden können, nur noch 11 Meter hohe Bäume zu bewältigen sind – ein 60 Meter Seil eignet sich für das V-Rig also weitaus besser.

Besonderheit meiner Variante: Ich setze den Spiderjack ein und nutze einen Ropeslider, um trotz des für den Spiderjack eigentlich nicht geeigneten Seilstrangverlaufes dessen Funktion zu gewährleisten.

Was braucht man dafür?

Was braucht man dafür?

  • 45 oder 60 m Seil
  • Spiderjack Dyneema 2.1
  • 1x Hitchclimber Rolle
  • 1x Karabiner
  • 1x Karabinergummi
  • 1x Ropeslider von shizll
  • 1x Wirbel Eurer Wahl

Die Wahl des Karabinergummis ist entscheidend: Dieses hier sitzt zwar eigentlich dauerhaft fest, so dass man den Ropeslider hoch- und runterklappen kann, je nachdem ob man ihn braucht oder nicht.
Aber: Bei Belastungen kommt es ab und zu vor, dass sich das Gummi verschiebt – also würde ich persönlich eine etwas dickere, straffer sitzende Variante empfehlen.

Auf den Bildern ist der Zusammenbau ganz gut zu erkennen.
Jetzt müsst Ihr nur noch beachten, dass Ihr wegen des kleinen Flaschenzugs im System den Spiderjack besser im Auge behalten und ab und zu beim Blockieren etwas nachhelfen müsst.

Viel Spaß beim Ausprobieren!“

Florian Hoffmann arbeitet für die Firma Penta Gebäudeservice GmbH in Berlin.